Al Bano und Romina Power waren einst das Traumpaar des Italo-Pops. Die Tragödie um ihre spurlos verschwundene Tochter Ylenia führte schliesslich zur Trennung – beruflich wie privat. Heute sind sie musikalisch eigentlich wieder vereint unterwegs. Aber die Gesundheit macht nicht mit.

In ihrem grössten Hit «Felicità» besangen Albano Carrisi und Romina Power ihr Glück, ihre Verliebtheit. Er: aus einer süditalienischen Bauernfamilie, stets im Anzug, mit hohen Absätzen und spezieller Mattenfrisur. Sie: aus reichem Elternhaus, ein zartes Geschöpf mit langer brauner Mähne und grossen Rehaugen, die ihn trotz ihrer stets flachen Schuhe überragt. Ein ungleiches Paar – vielleicht gerade deshalb wirkten sie so authentisch. Denn was ausser amore hätte diese zwei zueinanderführen können?
Als Gesangsduo waren sie unglaublich erfolgreich und vertraten Italien 1976 und 1985 beim Eurovision Song Contest, landeten jeweils auf Platz sieben. Beim Schlagerwettbewerb von San Remo räumten sie regelmässig Preise ab, dominierten die Klatschpresse und die Hitparaden des Italo-Pop.
«Felicità» machte das Paar in den frühen Achtzigerjahren zu internationalen Stars. Gerade viele Deutsche und auch Schweizer dürstete nach südeuropäischer Leidenschaft und Lebensfreude.
Al Bano und Romina Power (so sein Künstler- und ihr echter Name) waren auf und hinter der Bühne unzertrennlich. Sie wurden als Gesangsduett wie auch als Liebespaar berühmt. Doch eine furchtbare Familientragödie sollte sie entzweien. Die älteste Tochter Ylenia, damals 23, verschwand spurlos in New Orleans. Mit dem Strassenmusiker Alexander Masakela hatte sie sich im French Quarter eingemietet und ihr Hotel am Silvestertag 1993 allein verlassen. Seit dem 6. Januar 1994 gilt Ylenia offiziell als vermisst und wurde bis heute nicht gefunden.
Trauer und Verzweiflung zerstörten schliesslich das Glück der Eltern. Albano Carrisi und Romina Power traten nicht mehr gemeinsam auf, liessen sich 1999 scheiden und trugen ihren Rosenkrieg öffentlich in den Medien aus.
So fluchte Romina 2011 in einer spanischen Talkshow:
<blockquote>«Er war ein Diktator! Wenn er sich aufregte, begann er zu schreien. Einmal hat er mir sogar einen Tritt verpasst. Er war krankhaft eifersüchtig und führte sich auf wie ein Tyrann. Unsere Ehe war die Hölle.» <em>Romina Power</em></blockquote>
Albano indes beteuerte, er habe Romina «behandelt wie eine Madonna» – und halb Italien weinte vor Mitleid.
<blockquote>«Sie war die Frau meines Lebens.» Al Bano</blockquote>
Inzwischen treten Al Bano und Romina Power wieder gemeinsam auf – seit sie ein steinreicher Russe im Oktober 2013 zu einem Konzert in Moskau bewegen konnte. Zum heiklen Thema ihrer persönlichen Beziehung versuchen sie in Interviews wortreich zu schweigen. Ausser in diesem Interview in einer deutschen Sendung zur Weihnachtszeit vor zwei Jahren, das mehr über ihr Verhältnis verriet, als ihnen wohl lieb war.
Es ist zu hoffen, dass es die beiden nun am 28. April nach Zürich schaffen, nachdem ihr Auftritt am 22. April verschoben werden musste. Der Tragik noch nicht genug, erlitt Al Bano vor wenigen Tagen bei den Proben für ein Weihnachtskonzert einen doppelten Herzinfarkt. Zurzeit erholt sich der 73-jährige bei sich zuhause. Alles Gute, Al Bano!
Wallisellenstrasse 45
8050 Zürich
Donnerstag, 28. September 2017, Hallenstadion, Zürich





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