Sportler sammeln Medaillen, Wissenschaftler bekommen den Nobelpreis, Generäle werden mit Orden ausgezeichnet – und ein Rapper? Der bekommt neuerdings den Pulitzer-Preis. Nein, nicht Kanye West, Eminem oder Tupac Shakur haben das geschafft. Der brühmteste Journalisten-Preis der Welt geht an Kendrick Lamar. Der Hip-Hop Virtuose schreibt Geschichte mit «Damn!».

Rap und Hip-Hop müssen nicht rassistisch und destruktiv sein, um eine Spur in der Kulturgeschichte zu hinterlassen. Das Gegenbeispiel zum idiotischen «Echo»-Skandal in Deutschland liefert Kendrick Lamar. Er schafft es, ohne beleidigend über Frauen, Sex und Drogen zu singen bzw. rappen, relevante Botschaften zu platzieren, Die Texte auf seinem neuen Album «Damn!» sind sogar so relevant, dass sie eine hohen publizistischen Wert haben. Daher wurde Kenrick Lamar als erster Rapper überhaupt mit dem wichtigsten Preis des Journalismus, dem Pulitzer Preis, ausgezeichnet. Was für ein Talent ist dieser Superstar aus Kaliforniens Kleinstadt Compton. Seine Kindheit verbringt Lamar in prekären Verhältnissen: Sein Vater arbeitet «auf der Strasse», einige seiner Onkel gehören zu den lokalen Gangs. Die Nachbarschaft ist geprägt von Gewalt. Als A-Student fängt Kendrick Lamar Duckworth früh Gedichte zuschreiben. Mit 16 Jahren produziert er unter dem Pseudonym K-Dot seine erste Platte. Mit seinem Mixtape «Overly Dedicated» sorgt er 2010 erstmals für Furore. Ein Jahr später wird sein Album «Section.80», das exklusiv auf iTunes veröffentlicht wird, eines der erfolgreichsten Hip-Hop-Alben des Jahres. Lamar arbeitet in der Folge unter anderem mit Snoop Dogg, Dr. Dre, Emeli Sandé, Wiz Khalifa, Eminem, The Game, Drake, Busta Rhymes, Lady Gaga und Tech N9ne zusammen. 2012 erscheint sein zweites Album «Good Kid, M.a.a.d. City», das in den USA auf Platz 2 der Charts erreicht und vielfach als Meisterwerk bezeichnet wird. 2014 wird Lamar sage und schreibe sieben Mal für den Grammy nominiert. Die harte Arbeit und die Gangsta-Gene seiner Familie machen Lamar zur eine der wichtigsten Namen in der Hip-Hop-Szene. Der 30-jährige ist der erste Rapper in der Geschichte, der neben fünf Grammy Awards noch für seinen Album «DAMN» mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde. Eine virtuose Liedersammlung, die durch ihre Authentizität und rhythmische Dynamik die Komplexität des modernen afroamerikanischen Lebens zeigt.
„You really can’t categorize my music, it’s human music.“
Was für eine Ehre, dass dieser intelligente, authentische Weltstar des Hip-Hops am 23. August das Zurich Openair beehrt! Ein starkes Zeichen für die positive Kraft einer Musikkultur, die mit Kraft und Engagement in unserer Gesellschaft auch relevante Themen zur Sprache bringt!
Congratulations to @kendricklamar, @dangerookipawaa and @Interscope! #Pulitzer pic.twitter.com/fFQBYnoW9F
— The Pulitzer Prizes (@PulitzerPrizes) 16. April 2018
Glattbrugg Zürich
Flughofstrasse 21
Mi, 22. bis Sa, 25. August, Zürich Openair





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