Irgendwie ist er ein schräger Vogel in der von gängigen Klischees dominierten Hip-Hop-Welt. Er ist weiss – mit vielen bunten Tattoos am Hals. Er ist schmächtig und wirkt mit seinem blondierten Haar noch filigraner. Und seine Stimme wirkt eher sanft-ironisch als schimpfend-aggressiv. Blackbear ist ein wandelnder Gegensatz, ein Anti-Pop-Held. Und im Moment noch eine Underground-Ikone.

Matthew Tyler Musto ist sechs Jahre alt, da entdeckt er seine grosse Liebe zur Musik. Mit Freunden hört er sich die neusten Tracks an, beginnt selbst mit dem Computer an Sounds zu werkeln. Als Teenager gründet er in seiner HeimatFlorida die Boyband «Polaroid» und verbringt alle freien Nachmittage in der Garage um zu üben. Bals merkt er, dass er alleine schneller weiterkommt und entscheidet sich für eine Solokarriere. Ein folgenreicher Schritt, denn so sicher steht er noch nicht im Leben: Drogen, Suff, Krankenhaus. Dann die Musik als Rettung: Als «Selbsttherapie» nimmt er sein erstes Album «Digital Druglord» auf – und landet damit einen unerwarteten Erfolg. in den USA und Kanada landet es in den Top 20. Das Video zu «Do Re Mi» wird zum YouTube-Renner und hat inzwischen schon über 70 Millionen Klicks gesammelt. Auf Spotify hat er bereits über 182.6 Millionen Zuhörer. Für sein neues Album «cybersex» kann der heute 27-Jährige Szenen-Prominenz wie 2 Chainz, Cam’ron, Machine Gun Kelly, T-Pain oder Tinashe engagieren.
„Musik ist ein Hobby für mich. Ich habe Aktien und Bitcoins, ich berate Leute, ich style Girls für Coachella. Ich will nur noch ein paar Alben veröffentlichen. Mein Ziel ist es, dass die Welt etwas fühlt, ob glücklich oder traurig, es geht nur um die Emotionen. Und ich fühle mich wie ein Troll. Mein Ziel ist es, der ultimative Troll zu werden.“
Weiteren Rum heimst der produktive Songwriter ein, indem er für Justin Bieber den «Boyfriend» mitschreibt. Und er hat ein kluges Händchen für die Dinge, die in der Generation Internet so lieben: So postet er zuerst einen Tweet, der später zum Top-Hit wird – und liefert damit ein Beispiel, wie man als Künstler vom Social-Media-Hype profitieren kann:
do re mi fa so fuckin done w/ u
— king b (@iamblackbear) 10. April 2017
Der US-amerikanische Hip-Hop-Sänger ist nicht nur musikalisch eine besondere Erscheinung, sondern auch modisch: immer zeigt er sich in avantgardistischer Umgebung. Sein Style ist einzigartig. Sein Körper ist voller Tattoos, seine Haarfarbe wechselt ständig, die Nägel färbt er bunt. Manche sagen, er sei ein Freak. Für die meisten ist er eine Underground-Ikone.
Limmatstrasse 118
8005 Zürich
Mi., 23. Oktober, 20:00 Uhr, X-TRA





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