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Britischer Country an der Baloise Session

Ein Interview mit Catherine Ward Thomas, eine der Zwillingsschwestern des britischen Country-Duos Ward Thomas, das mit einem eigenen Musikstil Englands Charts stürmte. https://youtu.be/otXr0Qsk8wc England war bis jetzt nicht gerade berühmt für seine Country-Bands. Warum haben Sie sich ausgerechnet…

Catherine und Lizzy Ward Thomas sind Englands charmanteste Country-Sisters. Mehr als das: Mit ihrem Brit-Country schafften sie es als erste auf Platz Eins in den Charts. Am 15. Oktober teilen sie mit US-Superstar Brad Paisley den Konzertabend an der Baloise Session.

Ein Interview mit Catherine Ward Thomas, eine der Zwillingsschwestern des britischen Country-Duos Ward Thomas, das mit einem eigenen Musikstil Englands Charts stürmte.

England war bis jetzt nicht gerade berühmt für seine Country-Bands. Warum haben Sie sich ausgerechnet für dieses Musikgenre entschieden?
Angefangen hat alles mit einem Bekannten aus Kanada, der uns regelmässig besuchte und immer die neuesten Country-Alben mitnahm, insbesondere auch die von den Dixie Chicks. Die haben meine Schwester und mich sehr inspiriert. Das Singen und das Harmonisieren unserer Stimmen haben wir im Chor unserer Dorfschule gelernt.

War es von Anfang Ihr Ziel, das einmal zum Beruf zu machen?
Nein, überhaupt nicht. Wir stammen aus einer sehr ländlichen Familie, unser Leben spielte sich auf unserer Farm ab. Aber wir haben immer gerne gesungen. Und dann haben sich die Dinge plötzlich schnell entwickelt.

War es nicht der Plan, dass Sie einmal die Farm übernehmen?
Wir waren keine Bauern. Aber wir hatten viele Tiere. Hunde, Katzen, Ziegen, Hühner und vieles mehr. Es gab also keinen Druck, den elterlichen Betrieb übernehmen zu müssen. Im Gegenteil: Unsere Eltern haben uns sehr dazu ermuntert, Musik zu machen.

Ihre Musik ist speziell: eine spannende Mischung aus klassischem Country mit Einflüssen aus britischem Pop. Wie haben Sie diesen Stil entwickelt?
Wir haben immer mit vielen anderen Musikern zusammengespielt. Und wir haben ständig eigene Songs geschrieben. Bei der Arbeit an unserem ersten Album «From Where We Stand» haben wir mit britischen Studiomusikern und Produzenten zusammengearbeitet, so dass dieser Sound entstand. Es war aber kein Zufall. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, es so zu machen.

Mit Erfolg: Sie sind die erste Band, die es in England mit Country-Music auf Platz Eins der Charts geschafft hat. Was war das für ein Erlebnis?
Es war ein echter Schock. Wir wurden davon völlig überrascht. Und nicht nur wir, sondern auch viele andere Leute, mit denen wir zusammengearbeitet hatten. Es war nie unser Ziel, eine Charts-Band zu sein. Natürlich sind wir sehr dankbar für diese Bestätigung.

Wie hat das Ihr Leben verändert?
Ehrlich gesagt: Gar nicht so besonders. Natürlich ist unser Kalender voller geworden, aber wir wollen unseren Weg nicht verlassen, möglichst weiter machen, wie bisher, Songs schreiben, Konzerte spielen – und gelegentlich wieder ein neues Album aufnehmen.

Glauben Sie, dass Sie mit Ihrem Erfolg in England einen Country-Hype ausgelöst haben?
Schwer zu sagen. Country ist in England immer noch ein Nischen-Genre. Man hat die fanatischen Fans mit ihren Cowboyhüten und Boots, für die es nichts Schöneres gibt. Dann gibt es aber immer noch viele Leute, die mit dieser Musik nichts anfangen können. Wir stellen aber fest, dass Country als eigenes Musikgenre immer mehr ernst genommen wird und sich daher mehr und mehr etabliert. Aber Country hat bei uns natürlich noch lange nicht den Stellenwert, den er in den USA geniesst.

An der Baloise Session treten Sie am gleichen Abend wie einem der aktuell grössten Country-Stars der USA auf: Brad Paisley. Freuen Sie sich darauf?
Ja, natürlich! Wir sind schon seit vielen Jahren grosse Fans von Brad Paisley. Wir können es noch nicht so ganz fassen, dass wir jetzt mit ihm auf der gleichen Bühne stehen. Ich glaube, dass es ein sehr schöner Abend werden kann, denn ein grosser original amerikanischer Country-Act trifft eine kleine «home grown» Band. Das ist typisch für den Country-Spirit.

Was wissen Sie von der Baloise Session?
Wir können es nicht fassen, dass wir an einem Festival, wo schon so viele grosse Künstler aufgetreten sind, nun auch auftreten dürfen. Das macht uns sehr stolz.

Sind Sie früher schon einmal in der Schweiz aufgetreten?
Ja, wir haben gerade eine Tour mit Jack Savoretti hinter uns, mit dem wir in Zürich und Lugano aufgetreten sind. Also haben wir ein kleines Stückchen von der Schweiz gesehen. Das hat uns aber unglaublich gut gefallen. Darum können wir es kaum erwarten, wieder in dieses schöne Land zurückzukehren. Und: Das Schweizer Publikum war sehr freundlich zu uns.

A propos Klischees: Können Sie Line Dance und tragen Sie auch Cowboyhüte?
Nein. Ich habe einen australischen Akubra-Hut, der mir ganz gut steht. Aber Line Dance haben wir nie gelernt. Auch sonst versuchen wir, unseren britischen Style zu pflegen.

Messeplatz 10
4005 Basel

Dienstag, 15. Oktober 2019, Baloise Session

Avatar von Zeno van Essel

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